Warum wir studieren oder die Auswahl der richtigen Karriere

SRH-HS-Berlin (7 von 173)

Ich denke, dass ich mich nicht irre, wenn ich behaupte, dass ein interessantes, erfüllendes und ertragreiches Studium für einen Studenten von ganz enormer Bedeutung ist.  Während für die Einen die Selbstverwirklichung der Schlüssel zum Erfolg ist, die Gelegenheit seine „ CAN DO“- Attribute unter Beweis zu stellen, erhoffen die Anderen sich bessere Aussichten in Punkto Gehalt und Aufstiegschancen für die Zukunft. Und es gibt welche, die studieren weil „dabei sein – ist alles“.

By Ekaterina Yakunina

Auch liege ich nicht ganz falsch, wenn ich sage, wir alle werden Hin und Wieder von Zweifeln geplagt. Die Einen mehr, die Anderen weniger.  Man fragt sich, ist das, was ich mache richtig? Ist es mein Weg? Ist diese Fachrichtung, das was ich will/wollte? Sollte ich vielleicht den Studiengang wechseln? Oder gar das Ganze hinschmeißen?

Wir stellen uns diese Fragen nicht grundlos. Es ist schwer für uns. Massenmedien und Literatur sagen uns, wir sollen „glücklich“ sein, unser Glück – unseren Lebensweg finden. Und so rennen wir völlig verwirrt umher, denn niemand  hatte „Glück“ so richtig definiert. Da ist keine Gleichheitszeichen zwischen Glück und Tragbarkeit. Also sind wir auf der Suche nach was Abstraktem.  Wir stellen uns vor, dass „unser“ Weg  ohne Steine ist, dass auf „unseren“ Weg alles wie am Schnürchen laufen wird.

Die meisten Studenten brechen ab oder wechseln ihr Studium aus oben genannten Gründen. Es ist nicht mehr wie in der Schule, die Eltern beharren nicht mehr so streng auf die Fortführung einer Ausbildung.  Jetzt kann man auch einen anderen Weg einschlagen. Viele vergessen ihre Ziele und Ambitionen die sie am Angang des Studiums noch hatten. Die Erfahrungen decken sich nicht mit den Erwartungen. Schwere Prüfungen, Konflikte mit Lehrenden, offene Prüfungsfächer aus Semestern davor, Finanzierung des Studiums, der Wohnung… die Liste könnte fortgesetzt werden. Aber der Kernpunkt ist: sind diese Schwierigkeiten denn so unüberwindbar und sollte man deshalb alles hinschmeißen? Oder sind es gar keine Gründe, sondern Ausreden? Wie das statistische Bundesamt mitteilte, brechen  rund 30% der Studenten ihr Studium ohne Abschluss ab. Eine laute Zahl, finden Sie nicht?

Was ist die Ursache? Auch wenn es banal klingen mag, ich denke es liegt daran, dass wir selbst nicht immer wissen was genau wir doch wollen. Und wir werden es auch nicht rausfinden wenn wir nicht versuchen. Deshalb gibt es auch keine eindeutige Antwort darauf, wie dieses Umherrennen vermieden werden kann. Jeder sollte das Geheimnis des Glücks für sich selbst entdecken. Wir müssen uns nur stets daran erinnern, dass Schwierigkeiten auf uns lauern. Ob man ein Kosmonaut oder ein Kaufmann ist, macht dabei keinen Unterschied.

DAS STREBEN NACH GLÜCK

Die gegenwärtige moderne technologische Welt zwingt uns Stereotypen wie Erfolg, Schönheit und Glück auf. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass das was uns in Hochglanzmagazinen oder auf Bildschirmen (TV / Computer) vorgeführt wird uns nur ansatzweise glücklich machen könnte. Und so kommt es zu einem Rennen. Daraus resultieren Depressionen, denn es ist praktisch unmöglich eine völlige Übereinstimmung zu erreichen. Wir sind noch Studenten, haben aber bereits eine feste Vorstellung von einem erfolgreichen Menschen in unseren Köpfen und streben diesem Ideal entgegen, um von der Gesellschaft anerkannt zu sein. All das wäre nur ein halbes Leid, wenn wir dabei nicht vergessen würden, was wir doch tatsächlich wollen. Und wenn wir fragen, hören wir es nicht. Welche Rolle spielte das Gehalt oder die Nachfrage des Berufes bei der Auswahl des Studienganges? Oder lassen Sie sich durch Ihre Stärken, Interessen, Fähigkeiten leiten?

Auch wenn all diese Stolpersteine nicht da wären, wir alle Prüfungen bestanden,  gute Noten, wunderbare Lehrende und nette Kommilitonen hätten, aber wir einfach von der Natur aus kein Manager-Typ sind, dann hat das alles keinen Sinn. Wir studieren um uns selbst zu finden, neue Fähigkeiten zu entwickeln,  Horizont zu erweitern, rausfinden was unsere Stärken sind und wie wir uns in der Gesellschaft nützlich machen können. Denn der Mensch ist ein „Gesellschaftstier“.

Für mich ist das Wichtigste begeistert zu sein und dafür zu brennen was man tut. Es aufrichtig lieben. Dann wird es auch nicht schwer sein, die Steine aus dem Weg zu räumen und seinen Weg zu gehen.  Die Tätigkeit bzw. das Studium zu genießen, darin liegt die Kunst. Das ist genau das, was uns glücklich machen wird. Das wahre Glück ist kein vorübergehendes Gefühl, es ist ein anhaltendes.  Man kann traurig sein, schlechte Laune haben aber trotzdem glücklich sein. Der Prozess der Zielverfolgung ist bereits Glück. Seien Sie glücklich darüber, dass Sie studieren, dass Sie jeden Tag was Neues für sich entdecken, Erfahrungen sammeln. Hören Sie auf sich, fragen Sie Andere über Ihr Leben und Beruf aus und Sie werden es nicht schwer haben, Ihren richtigen Weg zu finden.

Leave a Reply